JANA MERTENS

Jana studiert an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg. Die Künstlerin entwickelt eine Bildwelt, in der alltägliche Situationen in eine surreale Parallelwirklichkeit übergehen. Ihr Schaffen bewegt sich dabei zwischen Vertrautem und Fremdem und zeigt, wie gesellschaftliche Muster Identität, Rollenbilder und Wahrnehmung beeinflussen. Mit klarer visueller Sprache inszeniert sie Männer in Anzügen in ungewöhnlichen Freizeitmomenten: beim Yoga, Schwimmen oder Tennis. Diese Figuren – Sinnbilder einer patriarchal kodierten Arbeitswelt – treten in eine überraschende Spannung zu ihrem Umfeld. Die Mittagspause wird zum Symbol für Selbstbestimmung, in der Freiheit in kleinen Entscheidungen liegt. Die Figuren folgen ihrem eigenen Impuls, unabhängig davon, ob es unpassend wirkt. Mertens Arbeiten thematisieren den freien Willen und die Möglichkeit, Routinen zu durchbrechen und Konventionen zu überschreiten. In der Reihe Strangers wird Anonymität bewusst eingesetzt, sodass die Betrachtenden eigene Erfahrungen in die Szenen projizieren und sich in die Situationen hineinversetzen können.